Eckehard Stier

Dmitri Schostakowitsch

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Das sinfonische Werk Dmitri Schostakowitsch's als Zeitspiegel - ein "apokalyptischer Soundtrack zum 20. Jahrhundert".

Gottfried Blumenstein und Eckehard Stier | © Mitteldeutscher Rundfunk

MDR FIGARO erinnerte an den genialen Komponisten, der am 25. September 2006 100 Jahre alt geworden wäre. Schostakowitsch schrieb Hymnen auf Stalin und blieb doch auf Distanz zur Diktatur. Anpassung und Unerschrockenheit kennzeichnete seine Künstlerbiografie. Sein Schaffen reichte von der Kammermusik über die Oper bis hin zu Jazz und Filmmusik. "Seine 15 Sinfonien durchziehen das von Schrecken und Terror durchpeitschte 20. Jahrhundert wie ein apokalyptischer Soundtrack", urteilt FIGARO-Autor Gottfried Blumenstein in seinem Essay über den genialen Komponisten, der am 25. September 100 Jahre alt geworden wäre. Er verweist auf den berühmten Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, der im sinfonischen Schaffen Schostakowitschs so etwas wie eine "Geheimgeschichte Russlands" sah, die der offiziellen Geschichtsschreibung mit "mal gigantischen, mal verspielt ironischen und hintergründig sarkastischen Klängen Paroli bot, die von den kundigen Musikliebhabern korrekt herausgehört wurden", ergänzt Blumenstein.



Besprechung 1. Sinfonie



Im zaristischen Petersburg wird der musikalisch hochbegabte Junge am 25. September 1906 geboren. Seine ersten Klavierstunden erhält er von der Mutter, mit 13 besucht er das Konservatorium, er studiert Klavier, später auch Komposition. Bereits seine Diplomarbeit, die "Erste Sinfonie", bringt dem jungen Mann nach der Uraufführung im Mai 1926 internationalen Ruhm. Inspirieren lässt er sich dazu von russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts wie Modest Mussorgski als auch von neuen Tendenzen wie der Zwölftonmusik. "Hören Sie doch meine Musik, da ist alles gesagt!" Dmitri Schostakowitsch



Besprechung 4. Sinfonie



Bereits 1935 unter dem Eindruck der Anschuldigungen gegen ihn hatte Schostakowitsch mit der 4. Sinfonie begonnen. Die Partitur ging im Krieg verloren, die Orchesterstimmen blieben jedoch erhalten. Erst 1961 wurde das Werk in Moskau unter Leitung von Kyrill Kondraschin uraufgeführt - acht Jahre nach Stalins Tod. Der Erfolg war überwältigend. Die Vierte gilt als ein faszinierendes, von persönlichem Erleben geprägtes Werk in der Nachfolge Gustav Mahlers. Jäh wechseln die Themen und Stimmungen - Steigerungen und Zusammenbrüche, Pathos und Sarkasmus, Aufschrei und Anmut fesseln in diesem kompositorisch komplizierten und zugleich einfachen Werk. Die deutsche Erstaufführung erfolgte mit der Dresdner Staatskapelle 1963 - ebenfalls unter Kyrill Kondraschin, der von dem Orchester und seinem Klang "sofort bezaubert" war. FIGARO sendet die Aufzeichnung dieses Konzertes am 100. Geburtstag des Komponisten. Es erschien indessen auch in der von FIGARO initiierten "Edition Staatskapelle Dresden" auf CD.



Besprechung 5. Sinfonie


Besprechung 7. Sinfonie



Das Wohlwollen der Partei gewinnt Schostakowitsch erst in den Kriegsjahren zurück, als er am Leningrader Konservatorium unterrichtet und sein wohl bekanntestes Werk, die 7. - die "Leningrader" Sinfonie (1941/42) schreibt. Der Komponist bekommt den Stalin-Preis für sein Werk, das als Hommage an den Widerstandswillen der von deutschen Truppen eingeschlossenen, hungernden Bevölkerung aufgefasst wird. Erst viele Jahre später erklärt Schostakowitsch, das Werk sei als ein Requiem sowohl für die Opfer der Blockade, als auch für die des Stalin-Terrors gedacht gewesen.



Besprechung 9. Sinfonie


Besprechung 15. Sinfonie